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Das Wesen der Rosengewächse

Die Rosengewächse (Rosaceae) zählen zu den weitest verbreiteten Pflanzen unseres Planeten. Neben der Rose gehören unsere Obstbäume, Beerengewächse aber auch Kräuter wie Frauenmantel, Gänsefingerkraut und das Mädesüß zu dieser Familie.

Charakteristisch für die Pflanzen dieser Familie ist ihre außerordentliche Blühfreudigkeit und Fruchtbarkeit, woran man leicht ihren fast verschwenderischen Reichtum erkennen kann, den sie zum eigenen Nutzen an andere verschenken. In erster Linie lieben sie die schönen Seiten des Lebens und strecken erst ihre Blütenköpfe gen Himmel, wenn sich der Frost verzogen hat. Typisch dafür ist der Weißdorn.

Fast alle Rosengewächse betören mit herrlich duftenden Blüten. Sie locken damit die Bienen in Scharen an, die sich am Nektar der Blüten laben und diese gleichzeitig befruchten. Die vielen süßen, wohlschmeckenden, nahrhaften und vitaminreichen Früchte der meisten Rosengewächse erweisen die dieser Pflanzenfamilie eigene geniale Symbiose zwischen Geben und Nehmen.

Die Blüten bestehen aus fünf Blütenblättern. Fünf ist die Zahl des Menschen. Mit ausgespreizten Armen und Beinen paßt er in ein regelmäßiges Fünfeck. Der Mensch hat zweimal fünf Finger und zweimal fünf Zehen; darin drückt sich laut alten Philosophien sein Wesen aus. Vier Blütenblätter dagegen sind symbolisch die vier Elemente und weisen auf eine ruhende Materie hin. Diese ist auf das Wesentliche, das Lebensnotwendigste konzentriert. Das fünfte Blütenblatt einer Pflanze aber spiegelt den Geist, die Quintessenz, das Bewusst-Sein wider.

Weiße Blüten charakterisieren die Liebe zur Wahrheit und Objektivität, rosafarbene den Hang zur Harmonie und die rosaroten die Liebe zum Leben und zum Wunsch, den sicheren, bequemen Weg zu gehen. Rote Blütenblätter aber weisen auf einen eher feurigen Wesenszug hin. Den zarten Blütenblättern der Rosen wohnt eine hohe Sensibilität inne; schnell verwelken sie, wenn sie nicht entsprechend gepflegt werden.

Die Wurzeln der Rose sind so ausgelegt, daß ein Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde erreicht wird. Sie stehen fest im Leben, halten jedoch nicht übertrieben an Sicherheiten fest. Ihre Zweige breiten die Rosen nach allen Seiten aus; sie sind der Außenwelt sehr zugetan. Wenn es ihnen nicht so gut gelingt, mit ihrer Umwelt in Freundschaft zu leben oder wenn sie zu viel mit sich selbst zu tun haben, legen sie sich ein dorniges Gestrüpp zu. So können sie nur behutsam angefasst werden, ähnlich dem Dornröschen, welches nicht belästigt werden wollte, jedoch darauf wartete, von ihrem Prinzen eines Tages freigeküsst zu werden.

Verholzende Pflanzenteile weisen immer auf einen dauerhaften Charakter hin. Dadurch kann natürlich etwas Spontaneität verloren gehen, was im übertriebenen Maße zu einer gewissen Unflexibilität oder Starre führen könnte. Dies ist ein zusätzlicher Grund, warum die Rose in der Lage ist, verschlossene undverbitterte Herzen zu öffnen.

Bei dieser Vielzahl von Eigenschaften erstaunt es, dass Rosengewächse im Gegensatz zu den geistreichen Lippenblütlern mit ihrem Ätherleib, sprich den ätherischen Ölen, derart geizen. Für die Ölgewinnung spielt eigentlich nur die Rose eine Rolle.

Aus einer weiteren, bisher relativ unbekannten Pflanze wird ein stark den Stoffwechsel anregendes ätherisches Öl gewonnen. Es handelt sich um das Mädesüß (Filipendula ulmaria, syn. Spiraea ulmaria), ein Rosengewächs, das vorwiegend einen feuchten Standort bevorzugt, was auch einen Großteil seiner Signatur charakterisiert. Mädesüß wiegt sich den ganzen Sommer mit einer weißen Blütenkrone im Wind und verholzt erst im Spätherbst, wenn der Jahreszyklus beendet ist.

Das ätherische Öl von Mädesüß ist unter dem Namen „Wiesenkönigin“ auf dem Markt. Aufgrund seiner ebenfalls sehr geringen Ölausbeute handelt es sich bei der Gewinnung um eine Co-Destillation mit Rosmarin. Der bekannteste Wirkstoff dieser Pflanze ist das Aspirin, das erstmalig aus dem Mädesüß isoliert wurde und wörtlich soviel bedeutet wie „aus der Spiraea kommend“.

Der zerstreute, offene, bewegliche und luftige, aber manchmal auch zersplittert wirkende Charakter, der dieser Pflanze innewohnt, spiegelt sich auch in seiner Anwendung wider. So sollte in jeder stoffwechselanregenden oder entschlackenden Rezeptur an das ätherische Öl der Wiesenkönigin gedacht werden.

Die bekannteste Vertreterin der Rosengewächse, die Rose, besteht aus einer Vielzahl von zarten, duftenden Blüten, die in schier unerschöpflicher Fülle in einer Blühperiode aus der Pflanze aufgehen. Ihre Fruchtbarkeit und ihr Freude schenken wollendes Wesen treten auch auch hier wieder in den Vordergrund. Das kostbarste Gut, ihr ätherisches Öl, gibt auch sie nur sehr widerwillig und in geringen Mengen ab. Obwohl von ihrer Signatur der ätherischen Ebene sehr offen, sind große Mengen Blüten und ein entsprechendes Wissen zur Ernte und Destillation notwendig, um an die wertvollen Tropfen zu gelangen. Es ist, als ob die Rose sich davor schützen wollte, dass Unbefugte an ihre Weisheit gelangen könnten, ähnlich etwa dem paradiesischen Apfelbaum der Erkenntnis, dessen Früchte Adam und Eva ja bekanntlich nicht essen sollten.

Vielleicht besitzt die Rose doch den geistigen Schlüssel, uns nicht mehr nur instinktiv im Einklang mit den göttlichen Gesetzen der Natur zu halten, sondern über unsere Grenzen hinauswachsen und bewusst Entscheidungen treffen zu lassen. So brachte man rot blühende Rosen, ehe sie im frühen Christentum zum Symbol Marias wurden, früher mit Aphrodite in Verbindung; sie stand für reife Sexualität – einem . Zustand, der für Eigenverantwortung, selbstlose Liebe, Spaß am Sein und eine angstfreie Spiritualität steht. Ein nicht haltbarer Zustand freilich für die Kirche, die bis heute Gottesgläubigkeit anhand von Dogmen und Angst erwirkt.

In späteren kirchlichen Bilddarstellungen, zum Beispiel am Isenheimer Altar, wird Maria mit der Lilie dargestellt. Ein Zufall? Die Lilie gilt als Sinnbild für Jungfräulichkeit und Unberührtheit, was für die Signatur von Liliengewächsen auch tatsächlich zutrifft. Sie bilden weiße oder weißliche, sechszählige Blüten, die in doldenartigen Blütenständen angeordnet sind, woraus sich Liebe zur Weisheit, Objektivität und emotionale Sachlichkeit ablesen lassen. Dies führt unter Umständen dazu, dass diese Pflanzen sich seelisch zersplittern und sich nicht mehr auf ihr Gefühl verlassen können. Aus diesem Grund vermehren sie sich häufig ungeschlechtlich und anstelle von Blüten und Früchten bilden sie kleine Brutzwiebeln auf den Blütenstengeln aus. Zusätzlich bilden sie aromatische, scharf schmeckende schwefelige Inhaltsstoffe, die man als verdrängte emotionale Schärfe betrachten kann.

Neben seiner psychischen Wirkung zählt das Rosenöl zu den gut verträglichen Hautölen. Ich habe beste Erfahrungen mit einer geradezu idealen Mischung gemacht, die zu einem Renner der Körperkultur in unserem Bekannten- und Freundeskreis geworden ist. Auch an Patienten gebe ich diese Rezeptur gerne weiter. Die einfache Grundmischung alleine eignet sich schon hervorragend als Augen- und Abschminkemulsion.

Grundmischung

  • 50 ml Johanniskrautöl
  • 20 ml Aqua calcariae
  • 15 ml Melissenhydrolat
  • 15 ml Kamillenhydrolat
  • 1 Messerspitze Allantoinpulver

Speziell für die Gesichtspflege und für den Duft

  • 1 Tr. Rose
  • 2 Tr. Palmarosa
  • 1 Tr. Litsea cubeba
  • 1 Tr. Lavendel

Das Gemisch muss gut verrührt und vor jedem Gebrauch kräftig geschüttelt werden. Je nach dem Hypericingehalt des Johanneskrautöls ergibt sich eine bräunliche bis rosafarbene Emulsion. Sie ist gut haltbar und man kann sie bei regelmäßigem Gebrauch in einer 50- oder 100-ml-Flasche im Badezimmer lagern. Neben den hautberuhigenden Hydrolaten in Kombination mit dem Johanniskrautöl, weist das Kalkwasser einen hautstabilisierenden Effekt auf. Bereits in alten Kräuterbüchern wurde Kalk als festigendes Element für Salbengrundlagen beschrieben; nach heutigen Erkenntnissen könnte es zugleich auch antiallergisch wirken. Allantoin ist der Hauptwirkstoff im Extrakt der Beinwellwurzel. Es hilft beiEntzündungen und Pickeln, heilt kleine Wunden und klärt die Haut.

Neben den bereits erwähnten pflegenden Eigenschaften wurden gute Ergebnisse bei entzündlichen Hauterkrankungen und sogar Neurodermitis erzielt – vorausgesetzt allerdings, dass keine Unverträglichkeit auf einen der Ausgangsstoffe vorliegt. Gegen Schuppen und gereizte Kopfhaut kann die Mischung in den Haarboden einmassiert werden, wo sie am besten über Nacht einwirkt. Anschließend sollte das Haar mit einem biologischem Haarwaschmittel gewaschen werden.

Diese Rezeptur versinnbildlicht für mich den einzigartigen Synergismus der verschiedenen Elemente. Die informative Ebene der ätherischen Öle kommt ebenso zum Tragen wie die informativ-substantielle der Hydrolate und die substantielle des Johanniskrautöls und Allantoins. Auf das festigende Element des Kalkwassers wurde bereits hingewiesen, vielleicht obliegt ihm sogar noch ein verbindender Aspekt der verschiedenen Stoffe, ähnlich dem alchemistischer Prinzipien. Ich denke, es handelt sich um ein ganzheitliches Rezept, welches zum Experimentieren einlädt.

Gudrun Zeuge-Germann

Literatur

Mellie Uyldert
Verborgene Kräfte der Pflanzen. Irisiana Verlag

Christine Keidel-Joura
Vom Charakter der Heilpflanzen. Delphi Verlag

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