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Das zurückgebliebene Kind

„Jeder Mensch hat seine eigene Diskretio… Er ist das Geschöpf Gottes und hat von Ihm bei seiner Geburt… das für ihn speziell zugeschnittene rechte Maß zugeteilt bekommen.“ (Hildegard von Bingen, 1098 – 1179)

Die Eingangsworte der Hildegard von Bingen beziehen sich auf die Grundlage der Konstitutionslehre, nämlich den genotypischen Veranlagungen. Diese werden dann während der Ontogenese verstärkt, unterdrückt oder reguliert, um sich als Phänotypus im kalendarischen und biologischen Alter zu zeigen. Hieraus ergeben sich die persönlichen Dispositionen und Diathesen.

Genotypus und Ontogenese

Der Mensch scheint das Produkt aus Vererbung und Milieu im weitesten Sinne zu sein. „Genetik, Soziologie, Kinderpsychiatrie, Sozialpädiatrie und andere Wissensgebiete bringen durch weitere Forschungsergebnisse immer wieder neue Anregungen dazu“, beschreiben Wolfgang Goebel und Michaela Glöckler dieses Phänomen in ihrem Werk „Kindersprechstunde“. Die Aufgabe von Erziehung, bewusster Milieugestaltung als auch therapeutischen Eingreifens liegen darin, Entwicklungsprozesse richtig zu lenken – vor einem Zuviel, Zuwenig, Zufrüh und Zuspät zu schützen. Dies hört sich in der Definition einleuchtend und recht stimmig an, stellt sich in der Realität allerdings als weitaus komplizierter dar.

Die ontogenetische Prägung fängt schon bei der ersten Zellteilung an. Psychische und körperliche Muster können sehr früh gesetzt sein. So stecken hinter massiven Verlassensängsten nicht selten
Diskussionen der Eltern in den ersten Wochen der Schwangerschaft, ob abgetrieben werden soll oder nicht. Dies nimmt das heranwachsende Wesen im Mutterleib endogen auf, erfährt Angst und
Stress sowie ein Nicht- gewollt- sein, speichert diese Informationen ab und setzt sie im späteren Leben immer dann frei, wenn Ablehnung, Trennung oder Tod eine Rolle spielen. Auch toxische Belastungen, zum Beispiel eine Amalgamanreicherung durch den „verseuchten“ Organismus der Mutter, können schon in dieser Phase zu mehr oder weniger massiven Dispositionen führen. Es wird schnell klar, wie vielschichtig dieses Thema ist und dass ein einziges Medikament zur Umstimmung in der Regel nicht ausreicht. Hiermit ist nicht nur die Verabreichung von unterschiedlichen Präparaten gemeint, sondern auch das Zulassen von schrittweise Entwicklungsphasen, welche natürlich ihre eigene „discretio“ aufweisen.

Zurückgebliebene Kindertypen

In der Beschreibung von Kinderbildern in der Homöopathie wird auf ganz bestimmte Typen hingewiesen, welche in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung auffällig sind.

Bei Barium carbonicum (Bariumkarbonat) handelt es sich um Kinder, die für ihr Alter viel zu klein und sowohl geistig als auch körperlich ein Zwerg geblieben sind.

Der Typ Borax (Borsäure) ist in der Schule faul; er könnte weitaus besser sein, wenn er sich anstrengen würde. Borax ist absolut reizbar und zeigt eine Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen. Natrium muriaticum (Kochsalz) Kinder sind untergewichtig und klein. Ihre gesamte Entwicklung ist träge, die Muskeln sind schlaff und der Typus lernt erst spät das Laufen. Oft ist die Sprache holprig und das Kind zeigt Artikulationsschwierigkeiten.

Das homöopathische Mittelbild von Sepia (Seekatze) zeigt Kinder auf, welche einen schwachen Körperbau aufweisen und zur Schwermut neigen. Sie sind lustlos und oft müde, leben aber auf, wenn sich körperlich abreagieren können. Hier überwiegen die geistigen Symptome sowie die Modalitäten.

Aurum (Gold) sind eher dicke Kinder, welche sich sehr träge entwickeln und im Vergleich mit Altergenossen einen großen Rückstand aufweisen. Sie machen einen leblosen Eindruck, haben ein geistiges Zurückgebliebensein und die Jungen neigen zu Hodenhochstand und einem schlecht entwickelten Skrotum.  Aurumtypen haben ein schlechtes Gedächtnis und können nur bedingt dem Schulstoff folgen.

Der Typus Carbo vegetabilis (Kohle) hat Parallelen zu Aurum, das Kind ist nicht „weiterzubringen“. Leblosigkeit und Lustlosigkeit sind erkennbar, die Symptome zeigen sich körperlich in Stagnationen von Stoffwechsel und Blutkreislauf. Denkvorgänge und Begriffsbildungen laufen sehr langsam ab, neue Ideen und Initiativen werden nicht gesehen.

Capsicum (Spanischer Pfeffer) passt auf Kinder lymphatischen Typs, die mollig und träge sind. Die Schularbeiten gehen nur mit Mühe voran und ihr Gedächtnis lässt zu wünschen übrig. Sie sind
Mimöschen, können aber auch störrisch und jähzornig sein.

Kinder vom Thuja Typus (Lebensbaum) bringt alles Unbekannte zur Verwirrung. Große Vergesslichkeit und Zerstreutheit hindert diese Heranwachsenden, sich richtig auszudrücken, weiterhin sind Leseund Schreibschwächen zu nennen. Es ist das Gefühl da, als seien Körper und Geist von einander getrennt. Bei den hier beschriebenen Symptomen von unterschiedlichen Kindertypen sollte mit homöopathischen Hochpotenzen gearbeitet werden.

Erworbene Blockaden

Eine der häufigsten der erworbenen Entwicklungsblockaden eines Kindes sind Abblockungen durch Impfungen. Hier sind keine Impfschäden oder überschießende Symptome auf die Vakzination zu erkennen, sondern von dem Zeitpunkt an Verlangsamungen der allgemeinen Entwicklung, Stasen von Körper und Geist. Auch hier spielt das vorher beschriebene Bild von Thuja eine Rolle, was schon bei Hahnemann als Mittel gegen Impfschäden im weiteren Sinne beschrieben worden ist. Es sollte eine Verabreichung als Hochpotenz erfolgen: – 1 Gabe Thuja C 200 (ca. 5 Globuli)

Bei genotypischen und erworbenen Blockaden spielt auch das spagyrische Komplexmittel K1 (Thuja cp) eine Rolle:

RpcD. K1 (Thuja cp) (JSO) 20.0

  • ab 5 Jahren 3 x 5 Glob. tgl. vor dem Essen
  • bis zu 5 Jahren die Globulianzahl nach Alter

Hypophysenanregung

Die Hypophyse als übergeordnete Schaltzentrale ist an mannigfachen körperlichen und geistig- seelischen Funktionen beteiligt. Sie gibt nicht nur Impulse an die drüsige Kette, sondern auch Informationen an die Bauchspeicheldrüse weiter, ist indirekt am Wasserhaushalt beteiligt und zeigt sich auch angehenswürdig bei allergischen Geschehen. Impulsgaben an dieses kleine Organ, übrigens von seiner Lage das bestgeschützte im menschlichen Körper, sollen ausgleichend wirken.

Hier hat sich unter anderem die Kap Aloe (Aloe ferox) bewährt, welche zur cerebralen Impulstherapie angewendet wird. Die Aufschlüsselung dieser Pflanze für solche Zwecke hat alchemistischen Charakter.

RpcD. Aloe D5 (Daniel Schumacher) 50.0

  • 3 x 20 Tr. tgl.

In diesem Zuge sei auch die Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium) genannt, eine Glattfarnart. Hildegard von Bingen hat sie lang und breit beschrieben; die Texte aus dem Hochmittelalter haben sich nach kritischer Sichtung in der Praxis bewährt. Scolopendrium hat Wirkungen auf das weibliche Hormonsystem, ist eines der wenigen westlichen Milzmittel, hat Affinitäten zum Lymphsystem und zu Lunge und Leber. Auch die hypophysäre Impulsgabe spielt bei diesem Farn für beide Geschlechter eine Rolle.

RpcD. Decoctum Scolopendriae cp. (Jura) 3 x 500.0

  • 3 x 1 Pintchen tgl. vor dem Essen

Ein Hypophysenmittel, was sich vor allem bei Mädchen mit einer verzögerten oder nicht durchbrechenden Menarche bewährt hat, ist das „PHOENIX Cimicifuga spag.“ der Firma PHOENIX.

Die Leitsubstanz ist die Traubensilberkerze, die in diesen beschriebenen Fällen von Hypophysenschwäche vor allem in der Pubertät angewendet wird.

In der Spagyrik ist die Cimicifuga dem Mond zugeordnet; das ZNS und das endokrine System ebenfalls. Von dieser Erkenntnis ausgehend können spagyrische Zubereitungen aus der Traubensilberkerze unter anderem bei Hypophysenschwäche und den sich daraus ergebenden hormonellen Disregulationen angewendet werden. Bei PHOENIX haben wir das Herstellungsverfahren nach Conrad Johann Glückselig.

RpcD. PHÖNIX Cimicifuga spag. (PHÖNIX) 100.0

  • 3 – 4 x tgl. 20 Tr. tgl.

Vom Kind zum Jugendlichen

Die größte biologische und physiologische Konstitutionsänderung erfahren wir in der Pubertät, in kleinerem Maße noch einmal im Klimakterium.

Was mit dem Beginn des zweiten Lebenjahrzehnts anfängt und je nach Geschlecht mit um die fünfzig beziehungsweise mit Mitte sechzig wieder zurückgefahren wird, verlangt nach PHÖNIX Cimicifuga spag. Philosophisch sind Beginn und Rückgang der geschlechtlichen Phase nichts anderes, als ein Anfangs- und Endpunkt auf der gleichen Ebene und somit mit den gleichen Mitteln regulierbar. Natürlich besteht vorher und nachher Sexualität, wenn auch in unterschiedlicher Definition.

Gerade in Generationen, wo sich die Pubertät immer mehr nach vorn verlagert und teilweise nicht unerheblich von umweltbedingten Faktoren abhängig ist, sind unterstützende Maßnahmen immer häufiger angesagt. Die Mädchen werden ständig weiblicher – die Jungen auch. Östrogene im Trinkwasser durch die Pillenbenutzung von Millionen von Frauen im gebärfähigen Alter und die gleichen Hormone in beispielsweise der Nutztieraufzucht, pfuschen nicht unerheblich in die Kindesentwicklung auf der Schwelle zum Jugendlichen. Was sich als ein Zuviel in der Weiblichkeit darstellt, erweist sich als ein Zuwenig im männlichen Prinzip. Die Jungen werden auf Grund von Eiweißmast zwar immer größer und überholen die Schuhgrößen ihrer  Väter schon mit dreizehn, aber geschlechtsspezifische Merkmale wie beispielsweise Bartwuchs sind häufig zeitlich nach hinten verlagert. Die Spermienanzahl der Männer in Industrieländern hat sich in sechzig Jahren halbiert, die Geiselschläge sind oft zu langsam. Der Vergleich mit einer großen, prallen und aufgedunsenen holländischen Tomate sei erlaubt, welche auch als der „vierte Aggregatszustand von Wasser“ bezeichnet wird. Auch oder gerade am Ende der Kindheit ist der Jugendliche häufig therapeutisch unterstützungswürdig!

Die PHÖNIX Aufbau Therapie für Kinder

Die schon beschriebenen Belastungen durch Umwelteinflüsse, wie Schadstoffe in Nahrung und Luft oder sonstige, äußere Noxen wie Lärm nehmen stetig zu. Der Organismus ist hiermit enormen Belastungen ausgesetzt. Die familiären Konstellationen bieten, insbesondere unter dem vorherrschenden sozialen Druck, kaum ausreichende Ressourcen. Bei dem Versuch, diesen Belastungen standzuhalten, entwickelt der Organismus Mechanismen, die ihm Schutz bieten oder ihn stärken sollen. Anstatt diesen Bestrebungen unterstützend beizustehen, werden sie immer noch häufig bekämpft.

Die PHÖNIX Aufbau Therapie versucht den Organismus zu unterstützen, den täglichen Anforderungen gewachsen zu sein, vor allem in Phasen von Entwicklungsbedingten Umstellungen.

Das Konzept ist eine Wiederkehrung von den Prinzipien Harmonisierung, Erholung und Stärkung. Dies wird durch drei unterschiedliche Präparationen erreicht, welche im dreitägigen Wechsel verabreicht werden.

RpcD. Mercurius solubilis Phcp. 20.0 PHÖNIX

  • 3 Tage 3 x tgl. 5 / 10 / 15 Glob.

Dulcamara S Phcp. 20.0 PHÖNIX

  • 3 Tage 3 x tgl. 5 / 10 / 15 Glob.

Acidum nitricum S Phcp. 20.0 PHÖNIX

  • 3 Tage 3 x tgl. 5 / 10 / 15 Glob.

Die Einzelgabe richtet sich nach dem Alter, Kinder bis 5 Jahre 5 Globuli, bis 10 Jahre 10 Globuli und bis 15 Jahre 15 Globuli. Der angegebene Zyklus ist bis zu einer Gesamtdauer von drei Monaten zu wiederholen und kann, je nach Therapieerfolg und einer Entwicklungspause, noch einmal verabreicht werden.

Resümee

Ob ein Kind therapeutisch unterstützungswürdig ist oder nicht, diese Schwelle zwischen ja und nein ist nicht scharf geschnitten. Auch ob die Möglichkeit, einzugreifen erfolgreich sein wird, kann nicht zu hundert Prozent im Vorfeld beantwortet werden. Liegen tatsächliche, genotypische Knackpunkte vor, so ist mit den beschriebenen Medikamentationen zu mindest eine pallidative Therapie möglich. Handelt es sich allerdings um eine Blockade, wie und wo auch immer gesetzt, so kann mit beispielsweise der PHÖNIX Aufbaukur das Kind phantastisch aufgeblockt werden, sodass Energie und Stoffwechsel wieder in den Fluss kommen.

Peter Germann

Literatur

Wolfgang Goebel / Michaela Glöckler
Kindersprechstunde, Urachhaus, 1984

Georg Soldner /Michael Stellmann
Individuelle Pädriatrie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2001

Frans Vermeulen
Kindertypen in der Homöopathie, Sonntag, 1988

Phönix Laboratorium
Phönix Arzneimittelverzeichnis, Phönix, 2005

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